Busswil Gestern
Karges, oft überschwemmtes mit üppigem Untergehölz bewachsenes Land zwischen den südlich gelegenen bewaldeten Anhöhen und dem Aarelauf trägt wohl die Schuld, dass Busswil geschichtlich nicht auf eine glorreiche Vergangenheit zurück blicken kann. Wohl sind Dokumente vorhanden, welche auf Verkäufe oder Vergabungen von Landrechten im Mittelalter hinweisen. Der Chronist spricht von der armen, bedürftigen Menschenklasse, welche ihrer Lebensmittel sehr oft zerstört und auf diese Weise dem grössten Elend und Verzweiflung preisgegeben wurden. Zwischen Aarberg und Büren führten noch keine Brücken über die Aare. In Busswil konnte man sich einer Fähre bedienen, um das jenseitige Ufer zu erreichen.
Trotz fehlender Grundlagen gibt es Hinweise auf dem Gebiet von Busswil und der unmittelbaren Umgebung, die in die Vergangenheit zurückreichen. In der Tène-Zeit, also rund vor 2000 Jahren, muss unsere Gegend bereits bewohnt gewesen sein. Hinweise auf Grabstätten, die man am „Bärgli“ gefunden hat, deuten auf Siedlungen in dieser Gegend hin. Ausgrabungen (Tempelanlage und Mauerreste von Siedlungen und Befestigungen) der Römer können am „Jäissberg“ (Petinesca) besichtigt werden.
Nach dem Untergang der römischen Herrschaft wurde unsere Gegend Bestandteil des burgundischen Reiches mit seinen vielfältig gegliederten Verwandtschaften der herrschenden Familien. So gründeten im 13. Jahrhundert die Grafen von Neuenburg die Niederlassungen von Aarberg und Nidau. Unser Dorf gehörte zur Herrschaft Aarberg. Nach verschiedenen Käufen und Wiederkäufen erwarb Bern im Jahre 1367 alle Rechte von Aarberg und deren näheren Landschaft. Busswil ist somit dasjenige Dorf des Bürenamtes, das sich der längsten Zugehörigkeit zu Bern rühmen kann.
Im Mittelalter herrschten zum Teil verworrene Verhältnisse. Durch Vergabungen und Tauschrechte hatten verschiedene Besitzer Landrechte. Im Jahre 1371 vergabte z.B. Adelheid Ruslina dem Frauenkloster Kappelen (heute Frauenkappelen) 7 Schupposen zu Busswyl. Mit Lyss bildete Busswil ein Gericht. Kirchlich gehörte es zur Kilchhöri Diessbach, welches einerseits den Herren von Strassberg (Büren) gehörte.
Die Zugehörigkeit zur Landvogtei Aarberg dauerte bis zur Einrichtung der Helvetik durch die Franzosen im Jahr 1798 (Abschaffung des Patriziates). Seitdem ist Busswil Bestandteil des Amtes Büren a.A. Abgrenzend an die Ämter Aarberg und Nidau ist Busswil die westlichste Gemeinde des Bürenamtes.
Die Schule mussten die Kinder von Busswil vorerst in Büetigen besuchen, welches dem Kloster von Frienisberg unterstellt war. Ab 1802 unterhält Busswil eine eigene Schule, den Zehnten (Steuern) entrichteten die Busswiler dem "unteren Spital" zu Bern. Im Jahre 1806 zählte das Dorf 110 Einwohner und es besuchten damals 32 Kinder die Schule. Der damalige Lehrer erhielt eine Jahresentschädigung von 16 Kronen und eine Jucharte Land vom Kanton sowie von der Gemeinde eine halbe Jucharte Land und eine freie Wohnung.
Im Jahr 1860 begann, angeregt vom bedeutenden Seeländer Politiker und Arzt Dr. J. Schneider, die Realisierung der ersten Juragewässerkorrektion. Mit der Umleitung der Aare in den Bielersee konnte das in der Ebene gelegene Land von Busswil landwirtschaftlich genutzt werden.
Am 7. Dezember 1907 beleuchteten zum ersten Mal die Strassenlampen die Bahnhof- und die Büetigenstrasse mit elektrischer Energie. Diese, damals für viele rätselhafte Kraft, welche mit Drehschalter ein- und ausgeschaltet werden konnte, läutete Busswil eine neue Aera ein.
Gewerbe und Betriebe
Rasch nach dem ersten Weltkrieg wurden in Busswil die ersten Unternehmungen gegründet. So wurde in der Nähe des Bahnhofes zuerst eine Kaminhutfabrik, später eine Möbelfabrik, die dann ihrerseits von der heute an der Fabrikstrasse stehenden Essigfabrik abgelöst wurde, gegründet. In die gleiche Epoche fällt auch der Bau der „Seeländischen Mosterei“ und der Fensterfabrik. Neben diesen grösseren Betrieben gab es eine beachtliche Anzahl Kleinstbetriebe, die vor allem Teile und Halbfabrikate für die Uhrenindustrie herstellten. Nach 1945 entwickelten sich die Gewerbe- und Industrieunternehmungen kontinuierlich weiter. So entstanden in kurzer Folge die Uhrenschalenfabrik „Werthana“, die Reissverschlussfabrik „Brero“ und die Konstruktionswerkstätte „Alpanalp“, welche insgesamt an die hundert Arbeitsplätze anboten.
Heute werden in Busswil über 50 Unternehmungen vor allem mit gewerblicher Ausrichtung betrieben. Für Unternehmungen, die nach Busswil kommen wollen, bietet unser Dorf dank seiner günstigen Lage gute Voraussetzungen.
Bahnhof
Busswil ist hervorragend erschlossen durch den öffentlichen Verkehr. Im Netz der S-Bahn Bern ist Busswil ein wichtiger Umsteigebahnhof für die Linien S 3 und S 36, Bern-Biel und Kerzers-Büren a.A. Ein Grund für die Zunahme der Bevölkerung sind diese guten Bahnverbindungen, denn viele Bewohner nutzen die Bahn nach Biel, Lyss oder Bern um schnell Ihren Arbeitsort zu erreichen. Für den Güter-Wagenladungsverkehr gibt es ein Anschlussgeleise direkt ins Getreidezentrum, was viele Lastwagenfahrten durchs Dorf unnötig macht.